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Appell des Monats - September 08

septembre 2008

MYANMAR

Über 2000 politische Gefangene

Vor 20 Jahren, am 8. August 1988, demonstrierten birmanische Studenten auf den Straßen der damaligen Hauptstadt Rangun, um die Regierung zur Achtung der Demokratie und der Menschenrechte aufzufordern. Innerhalb von sechs Wochen weiteten sich die Demonstrationen auf das ganze Land aus und gewannen immer mehr Unterstützung in der Bevölkerung, bis die Sicherheitskräfte auf brutale Weise einschritten ; es kam zu mehr als 3 000 Toten und unzählige Menschen galten als vermisst. Das Massaker hatte die Welt derart erschüttert, dass viele darin das Zeichen für das Ende des Regimes sahen. Unglücklicherweise kam es nicht dazu.

Im Laufe der vergangenen 20 Jahre war Aung San Suu Kyi, die Vorsitzende der größten Oppositionspartei, Friedensnobelpreisträgerin und Schlüsselfigur der birmanischen Menschenrechtsbewegung, nahezu 13 Jahre lang in der ein oder anderen Form inhaftiert. U Win Tin, ein weiterer führender Politiker ihrer Partei, befindet sich mit 78 Jahren und in sehr schlechtem Gesundheitszustand seit 19 Jahren im Gefängnis und hält den Rekord in Sachen Dauer einer politisch begründeten Haft in Myanmar. Tausende andere wurden seit 1988 verhaftet, davon sind mindestens 137 in der Haft, aufgrund von Folter oder durch mangelnde medizinische Versorgung gestorben. Über 2000 Menschen sitzen heute aus politischen Gründen hinter Gittern, ein Drittel von ihnen infolge der Massenverhaftungen, mit denen im Herbst 2007 die von buddhistischen Mönchen initiierten Demonstrationen zerschlagen wurden.

Am 8. August 2008, dem Jahrestag des Volksaufstandes „8888 uprising“, wurde U Myint Aye, Vorsitzender einer Menschenrechtsorganisation und Mitglied der Partei von Aung San Suu Kyi, von der Polizei verhaftet, offensichtlich aufgrund seiner Aktivitäten für Demokratie und Menschenrechte. Bis heute ist der Ort seiner Haft unbekannt.

Im Mai dieses Jahres lehnte die birmanische Regierung die internationale humanitäre Hilfe bewusst ab, die für die von der Katastrophe heimgesuchte Bevölkerung unbedingt benötigt wurde, als das Land durch den Wirbelsturm Nargis verwüstet wurde. Anstatt ihre 400 000 Soldaten zur Hilfe der Not leidenden Menschen aufzubringen, sahen sich die Behörden allein bemüßigt, die traumatisierte Bevölkerung, die in Trauer versetzt war und Hunger litt, in einem unglaubwürdigen Referendum über die neue Verfassung zur „Abstimmung“ zu zwingen, in der für die vom Staat begangenen Menschenrechts-verletzungen Straffreiheit gewährt wird.

Wie beim Aufstand von 1988 hofften manche, dass das unmenschliche Verhalten der birmanischen Machthaber gegenüber der leidenden und durch den Wirbelsturm dezimierten Bevölkerung der Auslöser für den Sturz des Regimes werden könnte. In jedem Fall steht fest, dass die Unterstützung der mutigen Regimegegner und Menschenrechtsverteidiger durch die internationale Gemeinschaft notwendiger denn je ist.

Von den zahlreichen unrechtmäßig inhaftierten Personen setzen wir uns in diesem Monat hauptsächlich für U Myint Aye ein, der vor kurzem festgenommen wurde, sowie für 20 weitere politische Gefangene, deren Situation bekannt ist und sich besonders Besorgnis erregend darstellt.

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrter Herr Vorsitzender,

durch die Menschenrechtsorganisation ACAT Luxemburg (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) habe ich davon erfahren, dass am 8. August 2008 U MYINT AYE, Menschenrechtsaktivist und Leiter und Mitbegründer der Organisation Human Rights Defenders and Promoters, festgenommen worden ist. Er wurde von der Polizei abends zu Hause abgeholt, und seitdem ist der Ort seiner Inhaftierung geheim.

Hiermit erkläre ich mich zutiefst besorgt um die Sicherheit und die Gesundheit von U MYINT AYE. Ich ersuche dringend darum, ihn unverzüglich ohne Bedingungen freizulassen, falls er, wie meine Organisation vermutet, lediglich wegen seiner friedlichen Betätigung für Demokratie und Menschenrechte in Haft gehalten wird.

Bei dieser Gelegenheit richte ich einen Appell an Sie, alle übrigen Personen freizulassen, die sich gegenwärtig in Myanmar wegen ihrer politischen Haltung in Haft befinden. Viele dieser Personen sind nach den Maßnahmen vom vergangenen Herbst gegen gewaltfreie Demonstrationen eingesperrt worden. Ganz besonders bitte ich Sie darum, möglichst bald die Freilassung der nachstehend genannten aus politischen Gründen inhaftierten Personen zu veranlassen, deren Gesundheitszustand durchweg sehr schlecht ist :

U WIN TIN, 78 Jahre, inhaftiert seit 1989 ;
WIN HTEIN, 66 Jahre, inhaftiert seit 1996 ;
Dr. DAW MAY WIN MYINT, 58 Jahre, inhaftiert seit 1997 ;
Dr. THAN NYEIN, 71 Jahre, inhaftiert seit 1997 ;
AUNG TUN, 41 Jahre, inhaftiert seit 1998 ;
MYO MIN ZAW, 31 Jahre, inhaftiert seit 1998 ;
KO AYE AUNG, 33 Jahre, inhaftiert seit 1998 ;
MA KHIN KHIN LEH, 42 Jahre, inhaftiert seit 1999 ;
KHAING KAUNG SAN, 37 Jahre, inhaftiert seit 2000 ;
SAW NAING NAING, 66 Jahre, inhaftiert seit 2000 ;
SOE HAN, 65 Jahre, inhaftiert seit 2000 ;
U KHUN HTUN O, 65 Jahre, inhaftiert seit 2005 ;
MIN KO NAING, 45 Jahre, inhaftiert seit August 2007 ;
U OHN THAN, 61 Jahre, inhaftiert seit August 2007 ;
HLA MYO NAUNG, 40 Jahre, inhaftiert seit Oktober 2007 ;
THIN THIN AYE (MIE MIE), 38 Jahre, inhaftiert seit Oktober 2007 ;
HTAY KYWE , 40 Jahre, inhaftiert seit Oktober 2007 ;
ZAW HTET KO KO, 27 Jahre, inhaftiert seit Oktober 2007 ;
U GAMBIRA, 29 Jahre, Mönch, inhaftiert seit November 2007 ;
MYO YANG NAUNG THEIN, 34 Jahre, inhaftiert seit Dezember 2007.

Ich danke Ihnen dafür, dass Sie meinen Appell wohlwollend berücksichtigen.

Mit vorzüglicher Hochachtung.

P.-S.

Wir schreiben an General THAN SHWE,
Vorsitzer State Peace and Development Council

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren

Schreiben vor dem 15. Oktober 2008

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