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Appell des Monats - Oktober 2008 - 6. Internationalen Tages gegen die Todesstrafe

octobre 2008

JAPAN

Todesstrafe

Am Morgen des 17. Juni 2008 wurden Tsutomu Miyazaki, 45 Jahre, Shinji Mutsuda, 45 Jahre, und Yoshio Yamazaki, 73 Jahre, erhängt. Mit diesen Hinrichtungen stieg die Zahl der getöteten Gefangenen in Japan seit dem Amtsantritt von Justizminister Hatoyama Kunio im August 2007 auf 13.

Die Verurteilten werden erst einige Stunden vor ihrer Hinrichtung darvon in Kenntnis gesetzt, und ihre Angehörigen werden erst benachrichtigt, wenn das Urteil schon vollstreckt ist. Die Behörden setzen die Hinrichtungen meist so an, dass sie mit den Wahlen, Parlamentsferien oder Feiertagen zusammenfallen, mit dem offensichtlichen Ziel, die parlamentarische Debatte bzw. die öffentliche Diskussion über die Frage der Todesstrafe zu umgehen.

Um die Hundert Gefangene befinden sich in Japan derzeit in den Todestrakten, manche seit über 30 Jahren, und warten jeden Tag auf die Mitteilung, dass ihre Hinrichtung unmittelbar bevorsteht. Jeder Verurteilte ist einzeln in einer Zelle von zwei auf vier Metern untergebracht, wo ein verdunkeltes Fenster ihn daran hindert, den Himmel zu sehen. Aktivität ist ihm nicht möglich, er kann nur auf dem Fußboden sitzen. Er wird rund um die Uhr videoüberwacht, und das Licht brennt von 21.00 Uhr bis 6.30 Uhr, um Selbstmorde zu verhindern. Es ist ihm verboten, mit anderen Inhaftierten in Berührung zu kommen oder mit ihnen zu kommunizieren. Das Besuchsrecht, das ausschließlich der Familie und den Anwälten eingeräumt wird, ist äußerst eingeschränkt. Die Gespräche von höchstens einer halben Stunde finden immer in Anwesenheit eines Aufsehers durch eine Scheibe statt. Der Briefwechsel ist eingeschränkt und unterliegt der Zensur.

Zu den grausamen Bedingungen der Haft und der Hinrichtung kommt noch das Risiko eines Justizirrtums. Die Verhängung der Todesstrafe ist häufig Ergebnis eines ungerechten Verfahrens hervor, in dem die Beschuldigten nach langwierigen Vernehmungen, Drohungen und Gewaltanwendungen ihre Verbrechen „zugegeben“ haben. Ein Geständnis wiegt nämlich schwerer als Beweise.

Masao Akatori, der 1958 im Alter von 25 Jahren wegen Vergewaltigung und Mord zum Tode verurteilt wurde, musste bis 1987 warten, um schließlich im Alter von 59 Jahren für unschuldig erklärt zu werden, nachdem er 34 Jahre im Todestrakt verbracht hatte. Er hatte nach seiner Verhaftung allen Fragen der Vernehmer zugestimmt, weil er die Folter nicht aushielt.

Unter den Mitgliedern der G8, der Gruppe der führenden Industriestaaten, sind Japan und die Vereinigten Staaten die einzigen, die weiterhin Hinrichtungen vornehmen. Japan weicht sogar von der weltweiten Tendenz ab ; hier hat die Zahl der Hinrichtungen zugenommen seit der Annahme der Resolution der Vereinten Nationen zu einem weltweiten Moratorium für die Todesstrafe im Dezember 2007.

Anlässlich des 6. Internationalen Tages gegen die Todesstrafe am 10. Oktober 2008 hat die Koalition gegen die Todesstrafe, deren Gründungsmitglied die FIACAT ist, entschieden, ihr Augenmerk auf Asien zu richten, auf den Kontinent, auf den weltweit 85 bis 95 % der Hinrichtungen entfallen. Auf sechs Länder des asiatischen Raums wurde dieses Jahr besonders geachtet : Pakistan, Indien, Vietnam, Taiwan, Japan und Südkorea.

Aktion der ACAT Luxemburg :

Wir schlagen Ihnen vor, sich mit der gleichen Mitteilung wie die Koalition an den japanischen Justizminister Okiharu Yasuoka zu wenden.

Senden Sie den Brief an folgende Adresse :

Coalition mondiale contre la peine de mort (Internationale Koalition gegen die Todesstrafe)
Secrétariat exécutif
ECPM
197/199 avenue Pierre Brossolette
F-92120 Montrouge
Fax : +33 1 57 21 22 74

Die Koalition wird die gesamten Briefe an die zuständigen japanischen Behörden weiterleiten.

Weitere Informationen hierzu finden Sie im Monatsblatt der ACAT für Oktober.

P.-S.

Brief an Okiharu Yasuoka, Justizminister

Bitte senden Sie diesen Brief an die

Coalition mondiale contre la peine de mort
Secrétariat exécutif
ECPM
197/199 avenue Pierre Brossolette
F-92120 Montrouge
Fax : +33 1 57 21 22 74

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,70 € frankieren

Achtung - Wichtig !

Schreiben vor dem 25. Oktober 2008

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