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Appell des Monats - Mai 2008 - China

mai 2008

CHINA

Der Kampf der Tiananmen-Mütter

Am 4. Juni 2008 jährt sich zum 19. Mal der Tag der Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen). Die Propaganda der kommunistischen Partei versucht die unzähligen Opfer des Massakers und die anonymen Gefangenen, die noch heute in den Kerkern des Landes festgehalten werden, dem Vergessen anheim zu geben. Dennoch besteht die Hoffnung, dass der chinesische Staat sich endlich entscheidet, die den Familien der Opfer und den Menschenrechtsverteidigern auferlegten Restriktionen zu lockern und ihnen zu erlauben, öffentliche Gedenkfeiern für ihre verstorbenen Angehörigen zu begehen.

Der 18. Jahrestag der Ereignisse vom Tiananmen war für die emeritierte Universitäts-professorin Ding Zilin, deren 17-jähriger Sohn im Juni 1989 von Angehörigen der Streit-kräfte erschossen worden war, ein ergreifender Moment. Im Juni 2007 nämlich war Ding Zilin und verschiedenen anderen Personen anlässlich einer kurzen Gedenkfeier nahe des Tiananmen, an dem Ort, an dem Ding Zilins Sohn den Tod fand, zum ersten Mal erlaubt worden, vor den Fotos ihrer Kinder, Brüder oder Ehegatten Kerzen anzuzünden. Um dieses Datum herum war es ein paar Dutzend Menschenrechtsverteidigern und Angehörigen der Opfer gelungen, ein informelles Seminar in Peking abzuhalten. Offenbar war ihnen dies zum ersten Mal gestattet.

Ding Zilin ist die Begründerin der Gruppe der Tiananmen-Mütter, die aus etwa 130 Mitgliedern, überwiegend Frauen, besteht, deren Kinder oder nahe Angehörige bei den Ereignissen vom 3. und 4. Juni 1989 getötet oder verletzt wurden. Diese Vereinigung hat eine Namensliste von über 180 ermordeten und mindestens 70 weiteren im Laufe der Niederschlagung der friedlichen Demonstrationen verletzten Personen erstellt. Ihre tatsächliche Zahl wird jedoch auf mehrere Hundert geschätzt. Die Vereinigung appelliert regelmäßig an die chinesische Staatsführung, den Familien zu erlauben, öffentlich ihrer Verstorbenen zu gedenken. Auch fordern die Mütter vom Tiananmen die Freilassung all derjenigen, die in Folge der Proteste des Jahres 1989 inhaftiert wurden, sowie die Einleitung einer öffentlichen Untersuchung dieser Ereignisse. Ihre Mitglieder sehen sich deswegen ständigen Verfolgungen, Einschüchterungen und willkürlichen Festnahmen ausgesetzt.

Im Namen der Stabilität des Landes und unter dem gegenwärtigen Vorwand der Sicherheitsvorkehrungen im Vorfeld der Olympischen Spiele wurde ein ganzes Arsenal an geheimen Repressalien aufgestellt, um die Bevölkerung und die Informationen zu kontrollieren. Die Zensur in Bezug auf die Ereignisse vom Tiananmen ist in diesem Zusammenhang eisern : Das Massaker vom 4. Juni 1989 gehört bis heute nicht zur offiziellen Geschichte Chinas. Es scheint daher schwierig, von Chinas politischen Führern zu fordern, im Zusammenhang mit der blutigen Niederschlagung, an deren Leugnung sie festhalten, Verantwortung zu übernehmen. Das hieße mit anderen Worten, zuzugeben, dass sie während der ganzen Jahre gelogen haben.

Mit den Tiananmen-Müttern fordern wir jedoch schlicht das Recht der Opfer auf Wahrheit und auf die Achtung ihres Andenkens, sowie die Freiheit für die Menschenrechtsverteidiger, die bis zum heutigen Tag inhaftiert sind.

Sie können zwischen deutscher oder englischer Fassung des Briefes wählen.

P.-S.

Wir schreiben an :
HU Jintao Guojia Zhuxi, Präsident

Kopie des Briefes an :
Ambassade de la République populaire de Chine
2, rue A.-F. van der Meulen
L-2152 LUXEMBOURG
Fax : 42 24 23

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren

Achtung - Wichtig :

Schreiben vor dem 30. Mai 2008

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