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Appell des Monats - Juli/August 2008 - IRAN

juillet 2008

IRAN

Verfolgung der Religionsgemeinschaft der Bahai

Fariba Kamalabadi Taefi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Behrouz Tavakkoli, Vahid Tizfahm

Am 14. Mai wurden sechs Vertreter der Religionsgemeinschaft der Bahai bei Tagesanbruch zu Haus von Agenten des Informationsministeriums verhaftet und werden seit dem an einem unbekannten Ort in Haft gehalten, ohne dass ein Anwalt oder ihre Angehörigen Zugang zu ihnen haben. Zur Rechtfertigung dieser Verhaftungen werden offiziell Sicherheitsgründe angeführt, und allem Anschein nach sind es Willkürmaßnahmen zu dem Zweck, die Mitglieder der Religionsgemeinschaft wieder einmal dadurch einzuschüchtern, dass ihre Führer eingesperrt werden. Frau Mahvash Sabet, eine weitere Vertreterin der Bahai, wurde im März 2008 festgenommen und befindet sich seitdem in Haft.

Der Glaube der Bahai wurde vor rund 150 Jahren in Iran begründet und hat sich weltweit verbreitet. Schon von dem früheren Regime wurden die Anhänger dieses Glaubens verfolgt, aber seit der Ausrufung der Islamischen Republik Iran 1979 werden die Angehörigen dieser Gemeinschaft systematisch unterdrückt : Ihre Religion ist in der iranischen Verfassung nicht anerkannt, und sie sind Opfer diskriminierender Gesetze, durch die sie ihre Religion nicht frei ausüben dürfen und nicht wie die übrigen iranischen Bürger Ansprüche in Bezug auf Bildung, Beschäftigung, Sozialleistungen, Altersversorgung usw. haben. Seit der Wahl von Präsident Ahmadinedschad 2005 sind Dutzende von Bahai aus religiösen Gründen festgenommen worden. Dennoch halten die im Iran lebenden Bahai, deren Zahl gegenwärtig auf über 300.000 Gläubige geschätzt wird, an ihrer Loyalität gegenüber dem iranischen Staat fest. Beteiligungen an subversiven Handlungen gegen den Staat stünden nämlich im Gegensatz zu ihren religiösen Überzeugungen, die auf Gewaltverzicht, Verzicht auf parteiliche Standpunkte und Achtung der Gesetze beruhen.

Nach Aussagen der führenden Vertreterin der internationalen Bahai-Gemeinschaft bei den Vereinten Nationen, Bani Dugal, werden die sechs am 14. Mai festgenommenen Personen ausschließlich wegen ihres Glaubens verfolgt, wie auch die Tausende von Bahai, die seit 1979 ermordet, eingesperrt oder in irgendeiner Weise unterdrückt worden sind. Der klarste Beweis dafür besteht darin, dass Angehörigen dieser Gemeinschaft immer wieder versprochen wurde, sie würden freigelassen, wenn sie bereit wären, sich von ihrem Glauben loszusagen und zum Islam zu konvertieren. Trotz der ständigen behördlichen Angriffe gegen sie hat sich die überwiegende Mehrheit der Bahai für den Verbleib im Iran entschieden. Die meisten jungen Bahai, die genötigt sind, zum Studium ins Ausland zu gehen, kehren anschließend in ihr Land zurück, um an seiner Entwicklung mitzuwirken.

Im Mai 2006, wurden 54 Bahai festgenommen, als sie sich in der südiranischen Stadt Schiras an einem Projekt für den Schulunterricht benachteiligter Kinder beteiligten.

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrter Herr Präsident,

hiermit bringe ich Ihnen meine außerordentlich große Besorgnis um das Schicksal von sieben Angehörigen der Gemeinschaft der Bahai zum Ausdruck, die sich gegenwärtig in Haft befinden. Die Nachricht von ihrer Festnahme und Inhaftierung habe ich von der Menschenrechtsorganisation ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) in Luxemburg erhalten.

Fariba Kamalabadi Taefi, Jamaloddin Khanjani, Afif Naeimi, Saeid Rezaie, Behrouz Tavakkoli, Vahid Tizfahm

wurden am 14. Mai 2008 in Teheran von Angehörigen des Informationsministeriums verhaftet. Sie sind Mitglieder der nationalen Koordinierungsgruppe der iranischen Bahai, eines informellen Organs, das seit seiner Gründung beim Staat gemeldet ist und dem Zweck dient, die 300.000 Mitglieder der Gemeinschaft der Bahai in Iran zu unterstützen. Die amtierende Sekretärin der genannten Gruppe, Mahvash Sabet, wurde am 5. März 2008 in Maschhad verhaftet und soll sich noch immer im Gefängnis befinden.

Hiermit ersuche ich die staatlichen Organe der Islamischen Republik Iran dringend darum, den Ort der Inhaftierung der genannten sieben Personen, die genauen Beschuldigungen gegen sie und die Termine ihrer Gerichtsverfahren bekannt zu geben. Falls keine Beschuldigungen gegen sie vorliegen, verlange ich, sie unverzüglich und ohne Bedingungen freizulassen. Wenn ihre Inhaftierung, was offenbar der Fall ist, nur durch ihre Religionszugehörigkeit begründet wird, sind sie als aus Gründen der religiösen oder weltanschaulichen Überzeugung inhaftierte Personen anzusehen, deren Inhaftierung unrechtmäßig ist.

Gestatten Sie mir, daran zu erinnern, dass das Recht auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren, das Verbot der Diskriminierung aus Gründen der Religion und die Religionsfreiheit im Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte verankert sind, den Iran ratifiziert hat.

Ich danke Ihnen dafür, dass Sie meinem dringenden Ersuchen Rechnung tragen.

Mit vorzüglicher Hochachtung.

P.-S.

Wir schreiben an Mahmoud Ahmadinejad, Präsident.

Fax : 00 98 21 6649 5880

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren.

Schreiben vor dem 30. August 2008

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