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Appell des Monats - Januar 2011

2011

KOLUMBIEN

Suche nach Gerechtigkeit : die Mütter aus Soacha

Die Morde an Dutzenden junger Männer aus Soacha, einem Armenviertel der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, im Jahr 2008 zwangen die Regierung zuzugeben, dass die Sicherheitskräfte für außergerichtliche Hinrichtungen verantwortlich sind. Die jungen Männer waren mit der Aussicht auf eine bezahlte Arbeit in den Norden des Landes gelockt und mit Unterstützung von paramilitärischen Gruppen oder kriminellen Banden ermordet worden. Von der Armee wurden sie als „im Kampf getötete Guerilleros“ dargestellt. In vielen Fällen erhielten die Soldaten die „einen Guerillero getötet hatten“, dafür Geld, Sonderurlaub und Belobigungsschreiben ihrer Vorgesetzten.

Seit der Entdeckung von Massengräbern, in denen einige der verschwundenen jungen Männer aus Soacha begraben worden waren, und dem darauf folgenden Skandal werden viele Mütter und andere Angehörige der Opfer - vor allem der aus Soacha kommenden -, die Gerechtigkeit fordern, überwacht, bedroht und schikaniert, um sie davon abzuschrecken, sich für Gerechtigkeit einzusetzen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit in mehr als 2000 Fällen von außergerichtlichen Hinrichtungen, die von kolumbianischen Sicherheitskräften begangen worden sein sollen, darunter allein 17 in der Gemeinde Soacha.

Die aufgrund dieses Skandals hervorgerufenen nationalen und internationalen Reaktionen führten im Oktober 2008 zur Entlassung von 27 Angehörigen der Streitkräfte, darunter drei Generäle, sowie im November zum Rücktritt des Kommandanten der Streitkräfte, General Mario Montoya, der mit Fällen von Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht worden war. Seither wurden die betreffenden Angehörigen der Streitkräfte einfach versetzt und General Mario ist heute Botschafter in der Dominikanischen Republik.

Luz Marina Porras Bernal, deren 26-jähriger Sohn, Fair Leonardo Porras Bernal, am 8. Januar 2008 entführt und am 12. Januar ermordet wurde, ist die Vertreterin dieses Zusammenschlusses der Mütter von Soacha. Acht Monate nach dem Verschwinden ihres Sohnes teilte man ihr telefonisch mit, dass die Leiche des jungen Mannes in einem Massengrab im Nordosten des Landes gefunden worden war. Sie berichtet, dass die Angehörigen der Streitkräfte erklärten, ihr Sohn habe einer außerhalb der Gesetze stehenden Gruppe angehört und sei Terrorist gewesen. Fair Leonardo war zu 53 % behindert und besuchte eine Sonderschule. „Er konnte weder lesen noch schreiben, noch kannte er den Wert des Geldes, wie sollte er da einer außerhalb der Gesetze stehenden Gruppe angehören ?“ erklärt seine Mutter verwundert, und betont, dass nur Urteile gefällt wurden „gegen Personen, die geschossen haben, aber nicht gegen die, die dazu die Befehle gegeben haben.“ Alle diese Verfahren würden „von der Verteidigung in die Länge gezogen und die Schuldigen sind noch immer auf freiem Fuß.“

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrter Herr Präsident,

über die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT) Luxemburg, habe ich vom Kampf der Mütter von Soacha um die Gerechtigkeit für ihre ermordeten Söhne erfahren.

In der Gemeinde Soacha in der Nähe von Bogotá wurden bisher 17 Morde an jungen Männern festgestellt, die Opfer außergerichtlicher Hinrichtungen durch die Streitkräfte - unterstützt von paramilitärischen Gruppen oder Verbrecherbanden - waren. Diese jungen Männer waren mit der Aussicht auf eine bezahlte Arbeit in den Norden des Landes gelockt worden. Nach ihrer Ermordung stellte sie die Armee als „im Kampf getötete Guerilleros“ hin, und häufig erhielten die Soldaten, die diese Morde begangen hatten, dafür, dass sie „einen Guerillero getötet hatten“, eine Belohnung.

Bis heute wurde niemand für diese Verbrechen verurteilt. Wie in vielen der 2 000 als außergerichtliche Hinrichtungen eingestuften Fällen, die von den kolumbianischen Streitkräften in den letzten Jahrzehnten verübt worden sein sollen, trägt die Tatsache, dass die Opfer als Guerilleros hingestellt werden, noch mehr zu Straflosigkeit bei.

Ich fordere daher die kolumbianischen Staatsorgane dazu auf, unverzüglich Schritte einzuleiten, um alle für die außergerichtlichen Hinrichtungen Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu stellen, unabhängig von ihrem Rang und ihrer Funktion, und den Müttern von Soacha sowie allen Angehörigen der ermordeten Opfer jede erforderliche Unterstützung in ihrem Streben nach Wahrheit und Gerechtigkeit zu gewähren.

Ich danke Ihnen dafür, dass Sie meinem Gesuch Rechnung tragen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

P.-S.

Brief an Juan Manuel Santos, Präsident

Fax : 00 57 1 596 0631

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 1,10 € frankieren

Schreiben vor dem 31. Januar 2011

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