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Appell des Monats - Januar 2010

janvier 2010

TSCHAD

Kein Schutz für Flüchtlingsfrauen

In den vergangenen sechs Jahren sind mehr als 142 000 Frauen und Mädchen vor der Gewalt und Unsicherheit in der von einem mörderischen Konflikt zerrissenen sudanesischen Region Darfur geflüchtet, in der Hoffnung im Osten des benachbarten Tschad Schutz zu finden. Doch in den Lagern, die als Zufluchtsorte gelten, kommt es täglich zu Übergriffen und Vergewaltigungen.

Frauen übernehmen die schwere Arbeit der Suche nach Feuerholz, sammeln Heu für die Esel und Ziegen und holen das Wasser. In dieser kargen Wüstengegend müssen sie immer weiter gehen, um diese Ressourcen zu finden, manchmal müssen sie bis zu zehn Kilometer auf dem Rücken eines Esels oder zu Fuß zurücklegen. Die Flüchtlinge, die schutzlos und isoliert sind, sind in besonderem Maße Angriffen und Vergewaltigungen ausgesetzt. Selbst innerhalb der Lager sind die Frauen vor sexueller Belästigung nicht geschützt, so auch Schülerinnen, die von ihren sudanesischen Lehrern belästigt werden. Um diesem Druck zu entgehen, weigern sich die Mädchen oft, die Schule zu besuchen. Auch sind Zwangsheiraten gängige Praxis in den Lagern ; sie beruhen auf Traditionen.

Nach Angaben von 88 durch die Hilfsorganisation „Ärzte für Menschenrechte“ (Medico international) im Flüchtlingslager Farchana befragten Frauen wurden 32 Fälle von Vergewaltigung nachgewiesen bzw. mit hoher Wahrscheinlichkeit festgestellt. Fünfzehn der Vergewaltigungen wurden im Tschad begangen.

Die lokalen tschadischen Organe bzw. die Zuständigen der Flüchtlingslager ergreifen selten geeignete Maßnahmen, um die Täter der Vergewaltigung zu verurteilen, selbst wenn diese eindeutig identifizert wurden. Die Straffreiheit wird erleichtert durch die übliche Anwendung traditioneller Schlichtungsverfahren, die eine einfache Entschädigungszahlung an die Familie des Opfers vorsieht, die Dyya oder „Blutschuld“, oder gar die Heirat des Opfers mit demjenigen, der sie vergewaltigt hat. Das Mädchen ist von dem Verhandlungsverfahren, das von einem Mediator geführt wird, welcher lokale Zuständigkeit besitzt oder als Mitglied einer NGO im Lager arbeitet, völlig ausgeschlossen. Ist das Opfer schwanger, so ist die Eheschließung die am häufigsten gewählte Lösung.

Für die meisten außerhalb der Lager an Flüchtlingen begangenen Gewalttaten waren zuvor die Dschandschawid-Milizen verantwortlich gemacht worden. Seit einiger Zeit jedoch klagen die Frauen und humanitären Helfer stärker die Bewohner der umliegenden Ortschaften an, ja sogar die Angehörigen der regulären tschadischen Armee.

Es kann nicht genau beurteilt werden, wie viele Frauen innerhalb oder außerhalb der Lager Opfer von Vergewaltigungen und anderen sexuellen Gewaltakten wurden. Sie sind traumatisiert und aus Angst ausgestoßen zu werden, selbst von der eigenen Familie, ziehen sie es meist vor zu schweigen.

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrter Herr Präsident,

durch die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT) in Luxemburg wurde ich von den Gefahren unterrichtet, denen Frauen und Mädchen ausgesetzt sind, die aus dem Konfliktgebiet geflüchtet sind, um in den Flüchtlingslagern des Osttschad Zuflucht zu suchen. Statt Schutz zu erhalten, ist die in diese Region geflüchtete Bevölkerung mit schweren Verletzungen ihrer Grundrechte konfrontiert, Frauen und Mädchen sind besonders Vergewaltigungen und Übergriffen ausgesetzt, wenn sie sich nach außerhalb der Lager begeben, und selbst in den Lagern sind sie nicht sicher. Die Verantwortlichen für diese Verbrechen werden nur selten strafrechtlich verfolgt.

Es ist Aufgabe der tschadischen Regierung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen und durchzuführen, um die Sicherheit der Frauen in den Flüchtlings- und Vertriebenenlagern zu gewährleisten und

• ein Patrouillen- oder Wachsystem zur täglichen Begleitung der Frauen, die zum Sammeln von Feuerholz, Wasser und anderen notwendigen Vorräten die Lager verlassen müssen, einzurichten ;
• Polizistinnen einzusetzen, die besonders ausgebildet und mit der Untersuchung von Fällen von Vergewaltigung und anderen Formen der Gewalt gegen Frauen betraut werden ;
• eine Sensibilisierungskampagne über die Schwere der Verbrechen, die in Zusammenhang mit sexueller Gewalt stehen, und ihre psychosozialen und medizinischen Folgen einzuleiten ;
• das Rechtssystem zu reformieren, um im Rahmen fairer Verfahren die Verantwortlichen der Menschenrechtsverletzungen vor Gericht zu stellen, insbesondere diejenigen, die Vergewaltigungen und Angriffe auf die Frauen und Mädchen unter den Flüchtlingen begangen haben.

Ich danke Ihnen im Voraus dafür, dass sie meinem dringenden Anliegen Rechnung tragen.
Mit vorzüglicher Hochachtung

P.-S.

Brief an Idriss Deby Itno, Präsident

Fax : 00 235 251 45 01

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren

Schreiben vor dem 31. Januar 2010

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