Accueil du site > Archives > Luxembourg > Appel du mois > Appell des Monats - April 2011

Appell des Monats - April 2011

avril 2011

GUATEMALA

Morde an Menschenrechtsaktivisten

Drei Menschenrechtsaktivisten aus der ländlichen Gemeinde Maya q’eqchi’ und einer ihrer Freunde wurden in Río Dulce im Departement Izabal im Osten Guatemalas umgebracht. Catalina Mucú Maas, Alberto Coc Cal und Sebastian Xuc Coc aus der Gemeinde Quebrada Seca, deren Bevölkerung aus Eingeborenen besteht, sind Studenten, die für das Recht auf Grund und Boden eintreten und sich aktiv für die Rechte ihres Gemeinwesens engagieren. Sie hatten sich anlässlich eines Grundstücksstreits in dieser Region an Verhandlungen beteiligt.

Am 12. Februar verschwanden sie während der Rückfahrt von der Universität Río Dulce. Das Boot, in dem sie zusammen mit einem weiteren Studenten, Amilcar Choc, gefahren waren, wurde am nächsten Tag gefunden, und die von Kugeln durchsiebten Leichen der vier jungen Leute tauchten an den folgenden Tagen auf. In letzter Zeit haben weitere Aktivisten aus der Gemeinde Quebrada Seca Morddrohungen erhalten, und die Einwohner haben inzwischen Angst davor, aus ihren Häusern auf die Felder zu gehen und ihre Alltagstätigkeiten zu verrichten.

Nach Aussagen örtlicher Quellen haben die zuständigen Behörden (Innenministerium und Staatsanwaltschaft) erst verspätet auf die Aufforderung der Gemeinde, die Leichen zu untersuchen und den Tatort in Augenschein zu nehmen, reagiert. Wesentliche Beweisstücke, wie die Rucksäcke der Opfer, wurden nicht entsprechend der üblichen Praxis mitgenommen und aufbewahrt, sondern den Angehörigen zurückgegeben, was die Qualität der Ermittlungen beeinträchtigt .

Außerdem machten sich die Behörden nicht die Mühe, irgendwelche Ermittlungen über die Drohungen und andere Vorfälle vorzunehmen, die die Gemeinde in den Wochen zuvor gemeldet hatte.

In Guatemala ist die Lage der Menschenrechtsaktivisten besonders Besorgnis erregend ; sie werden dort immer wieder wegen ihrer legitimen Arbeit angegriffen und bedroht. Im Geheimen operierende Gruppierungen und organisierte Verbrecher nutzen das Klima der Straflosigkeit in diesem Land aus und tun alles, um Menschenrechtsaktivisten an ihrer Arbeit zu hindern. Ob es sich um Bauern handelt, die umgebracht werden, weil sie die Interessen ihres Gemeinwesens vertreten haben, oder um Anwälte, die eingeschüchtert werden, weil sie wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit tätig geworden sind - es ist ein Muster von Übergriffen festzustellen, die ohne jede Gefahr der Ahndung begangen werden. Diejenigen, die sich bemühen, die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte der am stärksten ausgegrenzten Gesellschaftsgruppen zu verteidigen, sind besonders exponiert, ebenso die Menschen, die sich für das Recht auf Grund und Boden und auf die natürlichen Ressourcen einsetzen oder sich um Umweltschutz kümmern.

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrte Frau Generalstaatsanwältin,

über die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT) Luxemburg habe ich von der Ermordung von vier Jugendlichen der Gruppe Maya q’eqchi’ aus der Gemeinde Quebrada Seca im Departement Izabal erfahren. Unter ihnen befanden sich drei bekannte Menschenrechtsverteidiger, die aktiv für die Rechte ihres Gemeinwesens eintreten. Weitere Personen haben Morddrohungen erhalten, und auch die übrige Gemeinde befindet sich in Gefahr.

Catalina Mucú Maas, Alberto Coc Cal, Sebastian Xuc Coc und ihr Freund Amilcar Choc verschwanden am Abend des 12. Februar bei ihrer Rückkehr von der Universität Río Dulce. Die Leichen von Alberto Coc Cal, Catalina Mucú Maas und Sebastian Xuc Coc wurden zwei Tage später im Wasser aufgefunden. Die Leiche von Amilcar Choc tauchte am nächsten Tag einen Kilometer entfernt von diesem Ort auf. Die Körper der vier Studenten wiesen zahlreiche Schusswunden auf und es scheint, als seien sie aus nächster Entfernung erschossen worden.

Ich bin zudem beunruhigt über Informationen, wonach die Behörden die Beweisstücke am Tatort nicht nach den angemessenen Verfahren sichergestellt haben.

Ich richte daher die Forderung an die Staatsanwaltschaft, eine eingehende, unabhängige und unparteiische Untersuchung über die Ermordung von Catalina Mucú Maas, Alberto Coc Cal, Sebastian Xuc Coc und Amilcar Choc einzuleiten, um die Verantwortlichen zu ermitteln und vor Gericht zu bringen.

Ich ersuche die staatlichen Organe außerdem dringend darum , alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um im Einvernehmen mit den bedrohten Personen den Schutz der Gemeinde Quebrada Seca sicherzustellen und die Sicherheit aller Menschenrechtsverteidiger in Guatemala gemäß der Erklärung der Vereinten Nationen zu Menschenrechtsverteidigern zu gewährleisten.

Ich danke Ihnen dafür, dass Sie meinem Gesuch Rechnung tragen.

Mit vorzüglicher Hochachtung

P.-S.

Brief an Claudia Paz y Paz Bailey, Generalstaatsanwältin

Fax : 00 502 2411 9124

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 1,10 € frankieren

Schreiben vor dem 30.04.2011

Qui sommes nous ?
Equipe
Réseau des ACAT
Statuts
Finances
Comprendre
La torture
La peine de mort
Les disparitions forcées
La justice internationale
Instances internationales
Position des Eglises
Tableau des ratifications par pays
Frise chronologique
Cartographies
Agir
Auprès des instances internationales
Avec les Coalitions
Formations
Comment agir ?
S’informer
Rapports d’activités
Rapports
Le bulletin ’Fiacat Info’
Ressources documentaires
Ressources théologiques
Liens
Espace Presse

Contact - Liens
FIACAT - 27, rue de Maubeuge - 75009 Paris — France - Tél.: +33 (0)1 42 80 01 60 - Réalisation site : Epistrophe