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Appel des Monats - September 2007

2007

IRAN

Steinigung : Rückkehr zur Barbarei

Mokarrameh Ebrahimi und Jafar Kiani, die zwei Kinder haben, wurden gemäß Artikel 83 des iranischen Strafgesetzbuchs zum Tod durch Steinigung verurteilt, nachdem sie von der ersten Kammer des Strafgerichts von Takestan des Ehebruchs bezichtigt worden waren.

Ihre Hinrichtung, die zunächst für den 17. Juni 2007 vorgesehen war, dann auf den 21. Juni verschoben wurde, sollte öffentlich auf dem Friedhof von Behesht-e Zahra in Takestan in der Provinz Qazvin (Nordwestiran) stattfinden. Anhänger der Initiative „Abschaffung der Todesstrafe durch Steinigung“ (Stop Stoning forever), einer iranischen Gruppe zur Verteidigung der Menschenrechte, die seit 2006 eine Kampagne gegen die Steinigung in ihrem Land führt, haben jedoch die Öffentlichkeit von der Gefahr, in der sich das Paar befand, informiert, und es wurden zahlreiche Aufrufe sowohl im Iran als auch im Ausland gestartet, um die Hinrichtung zu verhindern. Angesichts dieser Protestwelle wurde am 20. Juni gemeldet, der für die Justiz zuständige Ajatollah Schahroudi habe die Justizbehörden von Takestan schriftlich aufgefordert, die Hinrichtung auszusetzen, wenn auch die Verurteilungen zum Tod durch Steinigung für Mokarrameh Ebrahimi und Jafar Kiani bestehen blieben.

Am 7. Juli gaben die Anhänger der Initiative zur Abschaffung der Steinigung bekannt, Jafar Kiani sei zwei Tage zuvor in Aghche-kand, einem Dorf in der Nähe von Takestan, zu Tode gesteinigt worden. Es besteht Besorgnis um seine Gefährtin, der dasselbe Schicksal bevorsteht. Mokarrameh Ebrahimi befindet sich seit elf Jahren im Gefängnis. Informationen zufolge leben ihre beiden Kinder bei ihr.

Die Steinigung von Jafar Kiani ist die erste, die seit der Einführung eines Moratoriums für diese unmenschliche Bestrafung im Dezember 2002 durch Ajatollah Schahroudi offiziell bestätigt wurde. Es liegen jedoch unwiderlegbare Beweise vor, dass ein Mann namens Abbas und eine Frau namens Mahboubeh bereits im Mai 2006 in Mesched diese Qual erleiden mussten. Unseres Wissens sind im Iran gegen sieben Frauen und einen Mann Urteile anhängig, die Hinrichtung durch Steinigung vorsehen.

Die Steinigung ist eine besonders grausame Form der Todesstrafe, zumal sie speziell dazu gedacht ist, das Leiden des Opfers noch zu erhöhen : Die Steine werden absichtlich so ausgewählt, dass sie groß genug sind, das Opfer zu quälen, doch zu klein, um es auf der Stelle zu töten.

Menschenrechte, Todesstrafe im Iran

Die Situation der Menschenrechte im Iran verschlimmert sich Tag für Tag. Von Verfolgungen sind hauptsächlich Journalisten, Frauenbewegungen, Gewerkschaften und Studentenbewegungen betroffen. In den letzten Monaten hat der Druck mit neuen Verhaftungen von Journalisten und Menschenrechtsverteidigern in bedenklichem Maße weiter zugenommen. Zwei Journalisten aus dem iranischen Kurdistan wurden am 16. Juli zum Tode durch Erhängen verurteilt, weil sie es gewagt hatten, Artikel zu veröffentlichen, die von den Machthabern als „subversiv“ erachtet werden.

Der Iran weist eine der höchsten Zahlen an Hinrichtungen weltweit auf : nach vorsichtigsten Schätzungen mindestens 120 seit Anfang 2007. Zwei Opfer der Todesstrafe aus jüngster Zeit - Mohammad Mousavi und Said Qanbar Zahi, die im April bzw. Mai dieses Jahres hingerichtet wurden - waren zum Zeitpunkt der ihnen vorgeworfenen Tat noch unter 18 Jahre.

Übersetzung des Briefes

Exzellenz,

von der Menschenrechtsorganisation ACAT-Luxemburg (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) habe ich die Information erhalten, dass JAFAR KIANI am 5. Juli 2007 in dem Dorf Aghche-kand nahe Takestan (Provinz Qazvin) durch Steinigung hingerichtet worden ist.

Der genannte Mann war wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt worden, ebenso wie MOKARRAMEH EBRAHIMI, die Mutter seiner zwei Kinder. Dann schien jedoch, dass dem Paar nicht mehr die sofortige Hinrichtung drohe, nachdem Sie gegenüber den Justizbehörden von Takestan Strafaufschub angeordnet hatten. Die Nachricht, dass diese barbarische Strafe wieder praktiziert wird, ruft in mir größte Empörung hervor, und ich bitte Sie inständig, umgehend alle Maßnahmen zu ergreifen, damit die Steinigung von Mokarrameh Ebrahimi nicht vollzogen wird.

Hiermit bitte ich Sie eindringlich, das Todesurteil gegen diese Frau umzuwandeln und zuzulassen, dass sie mit ihren beiden Kindern, die sich seit mehr als 10 Jahren mit ihr in Haft befinden, bald freigelassen wird.

Ich wende mich gegen die Todesstrafe, gleichgültig, unter welchen Umständen sie verhängt wird, und die Steinigung ist eine wegen ihrer Grausamkeit besonders abzulehnende Form der Strafe, von der kein zivilisierter Staat Gebrauch machen sollte. Deshalb ersuche ich die obersten Organe Ihres Staates, unbeirrt an dem im Dezember 2002 erklärten Moratorium bezüglich der Hinrichtung durch Steinigung festzuhalten, gegen das bereits mindestens zwei Mal, im Mai 2006 in Mesched und im Juli 2007, verstoßen worden sein soll.

Außerdem fordere ich Sie dazu auf, auf die Einhaltung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes, das Iran unterzeichnet hat, hinzuwirken und von der Vollstreckung aller Todesurteile gegen minderjährige Straffällige endgültig abzusehen.

Ich hoffe sehr, dass Sie meine Anliegen berücksichtigen und vor allem rasch eingreifen werden, um Mokarrameh Ebrahimi vor dem Tod zu bewahren.

Mit vorzüglicher Hochachtung.

P.-S.

Wir schreiben an den für die Justiz zuständige
Ajatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren

Schreiben bis 15. Oktober 2007

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