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Appel des Monats - März 2007

mai 2006

ERITREA

Religiöse Verfolgungen

„Du wirst keinen Besuch empfangen, und du wirst hier verkommen, bis du dieses Papier unterschreibst.“

So die Äußerungen eines verantwortlichen eritreischen Soldaten gegenüber der bekannten 31jährigen Gospelsängerin Helen Berhane von der Rema-Kirche, einer der Minderheitenkirchen, die vom eritreischen Staat nicht offiziell anerkannt sind.

Helen Berhane war zweieinhalb Jahre ohne Anklage oder Verfahren eingesperrt, die meiste Zeit in einem Metallcontainer ohne jegliche sanitäre Einrichtung, in dem sie extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt war. Durch Schläge und Folter hatte man versucht, sie zu zwingen, ihren Glauben abzulegen. Im Oktober 2006 wurde sie, nachdem sie erneut verprügelt worden war, ins Krankenhaus eingeliefert und schließlich dank einer internationalen Mobilisierung zu ihren Gunsten, befreit. Heute kann sie nicht mehr gehen und ist an den Rollstuhl gefesselt.

Die Sängerin zählte zu den 2000 Personen, darunter etwa 20 Priester, die aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit zu den in Eritrea verbotenen evangelikalen Kirchen festgenommen wurden, obwohl die Bekenntnisfreiheit in der eritreischen Verfassung garantiert ist. Im Jahr 2002 hat die Regierung von Präsident Issayas Afewerki, die seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991 an der Macht war, plötzlich angeordnet, dass alle nicht eingetragenen Religionen ihre Gottesdienststätten schließen und ihre religiösen Praktiken einstellen. Nur vier Hauptreligionen sind derzeit offiziell anerkannt : die orthodoxe, die katholische und die lutherische Kirche und der Islam.

Die aufgrund ihrer Glaubensüberzeugungen festgenommenen Personen werden unter unmenschlichen Bedingungen und im Geheimen festgehalten, ohne Anklage oder Urteil, in Militärlagern oder Sicherheitsgefängnissen, wo sie teilweise, wie Helen Beharne, in Metallcontainern oder unterirdisch eingesperrt werden. Manche Gefangene sind schwer erkrankt und erhalten keine angemessene medizinische Versorgung. Häufig werden sie gefoltert, verprügelt und stundenlang in Schmerz verursachenden Positionen festgebunden.

Im Oktober 2006 sollen zwei Männer christlichen Glaubens, Immanuel Andegergesh und Kibrom Firemichael, die wegen Teilnahme an einem christlichen Gottesdienst in privatem Rahmen inhaftiert worden waren, an den Folgen der Folterungen gestorben sein, die ihnen zugefügt wurden, damit sie ihrem Glauben abschwörten.

Die Personen, die sich derzeit wegen ihres Glaubens in Haft befinden, sind zum Großteil Mitglieder der evangelikalen Kirchen, doch auch Dutzende Muslime. Ihnen allen wird regelmäßig der Kontakt zu ihren Familien, Freunden und Rechtsberatern verweigert.


Übersetzung des Briefes

Die ACAT (Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter) ist eine ökumenische Vereinigung für den Schutz der Menschenrechte, der Katholiken, Orthodoxe, Protestanten und andere christliche Organisationen angehören, die gemeinsam für die Achtung der Menschenwürde in aller Welt kämpfen.

Durch die ACAT Luxemburg habe ich davon erfahren, dass in Eritrea die Angehörigen religiöser Minderheiten, die von Ihrer Regierung nicht offiziell anerkannt sind, gewaltsam unterdrückt werden. Mit Entsetzen habe ich zur Kenntnis genommen, mit welchen Methoden alle diejenigen verfolgt werden, deren Glaubensgemeinschaft zu den Minderheiten gehört und die sich nicht von ihrem Glauben lossagen wollen : willkürliche Inhafthaltung unter inhumanen Bedingungen ohne Beschuldigung und ohne Gerichtsverfahren, Folter, die bis zum Tod führen kann, Verweigerung medizinischer Hilfe, Verweigerung des Zugangs für Angehörige und Anwälte.

Im Oktober 2006 starben Immanuel Andegergesh und Kibrom Firemichael in einem Militärlager bei Adi-Quala, südlich von Mendefera, an den Folgen der Folterungen, die an ihnen verübt worden, damit sie sich von ihrem Glauben lossagten.

Die Gospel-Sängerin Helen Berhane kam nach zweieinhalb Jahren aus dem Militärlager Mai Serwa frei, grauenvoll und unwiderruflich gezeichnet von Folterungen und sonstigen Misshandlungen, die sie wegen ihrer religiösen Überzeugung durchgemacht hat.

Hiermit ersuche ich Sie um die sofortige und bedingungslose Freilassung der nach Tausenden zählenden Personen, die in Eritrea wegen ihres Glaubens eingesperrt sind, obwohl die Verfassung Ihres Landes Religionsfreiheit garantiert.

Außerdem fordere ich Sie dringend auf, unverzüglich von neutraler Seite Ermittlungen über die zahlreichen behaupteten Fälle von Folterungen und Misshandlungen während der Haft durchführen zu lassen, besonders Ermittlungen über die Ursachen des Todes von Immanuel Andegergesh und Kibrom Firemichael.

Alle inhaftierten Personen müssen vor Folter und anderen Misshandlungen geschützt werden und die Möglichkeit haben, Besuch von ihren Angehörigen zu empfangen und einen Anwalt zu konsultieren ; sie haben außerdem Anspruch auf jegliche aufgrund ihres Gesundheitszustands notwendige medizinische Hilfe.

Ich danke Ihnen dafür, dass Sie auf meinen dringenden Aufruf hin tätig werden. Mit vorzüglicher Hochachtung.

P.-S.

Wir schreiben an Issayas Afewerki,
Präsident.

Namen und Anschrift sowie Datum an den vorgesehenen Stellen einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren

Schreiben bis 15. April 2007

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