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Appel des Monats - Mai 2009

mai 2009

GRIECHENLAND

Angriffe auf eine Gewerkschaftsführerin

Konstantina Kuneva, bulgarische Wanderarbeitnehmerin und Gewerkschaftsführerin wurde am 22. Dezember 2008 in Athen bei einem Überfall schwer verletzt. Sie soll wegen ihres aktiven Einsatzes als Verfechterin der Grundrechte der Wanderarbeitnehmer und infolge wachsender Spannungen zwischen ihr und ihren Arbeitgebern angegriffen worden sein.

Am Tag des Angriffs bespritzten zwei Männer ihr Gesicht mit Schwefelsäure, weshalb Konstantina Kuneva ein Auge verlor und die Sehfähigkeit des anderen Auges teilweise beeinträchtigt wurde. Auch ihre Stimmbänder wurden stark geschädigt. Sie lag mehrere Tage in komaähnlichem Zustand und befand sich Anfang März 2009 noch immer im Krankenhaus.

Konstantina Kuneva, die in Bulgarien Historikerin war, kam 2001 in der Hoffnung nach Griechenland, genügend Geld für die medizinische Behandlung ihres Sohnes zu verdienen. Während sie als Putzfrau arbeitete, wirkte sie aktiv in der Gewerkschaftsbewegung mit und trat insbesondere für bestimmte Grundrechte der Wanderarbeitnehmer ein. Aufgrund ihres mutigen Einsatzes wurde sie zur Generalsekretärin der Gewerkschaft der Reinigungskräfte und der Haushaltsangestellten der Region Attika bestimmt.

Bei verschiedenen Gelegenheiten kritisierte sie gängige Praktiken gewisser Arbeitgeber, die ihre Angestellten ausbeuten, wie verspätete Lohnzahlungen und die Nichtzahlung von Sozialbeiträgen für die Angestellten, zu denen viele Wanderarbeitnehmer gehören. Wegen ihrer neuen Zuständigkeiten wurde sie verschiedentlich durch anonyme Anrufe bedroht. Nach Angaben ihrer Gewerkschaft werden Arbeitnehmer, die ihre Rechte geltend machen, häufig bedroht und finden sich in Stellen mit noch ungünstigeren Bedingungen wieder.

Eine offizielle polizeiliche Untersuchung des Angriffs auf Konstantina Kuneva ist in Gang. Erste Ergebnisse der Ermittlungen lassen jedoch vermuten, dass weder gründlich noch objektiv ermittelt wird. Es ist zum Beispiel bezeichnend, dass zu Beginn der Untersuchung nicht in Betracht gezogen wurde, dass die gewerkschaftliche Tätigkeit Konstantina Kunevas der Anlass zu dem Überfall sein konnte.

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrter Herr Minister,

über die Menschenrechtsorganisation Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT) Luxemburg habe ich von dem furchtbaren Anschlag erfahren, der am 22. Dezember 2008 in Athen auf KONSTANTINA KUNEVA verübt wurde, eine bulgarische Wanderarbeitnehmerin und Gewerkschaftsführerin. Sie wurde schwer verletzt und verlor die Sehfähigkeit eines Auges ganz und die des anderen Auges teilweise, nachdem zwei Männer sie mit Schwefelsäure angegriffen hatten.

Es hat durchaus den Anschein, dass dieser Anschlag mit den gewerkschaftlichen Aktivitäten von Konstantina Kuneva in Zusammenhang stand, besonders mit ihren Bemühungen um Durchsetzung der grundlegenden Rechte der Wanderarbeitnehmer in Ihrem Land.

Hiermit ersuche ich die griechische Regierung dringend, alle Maßnahmen zu treffen, die erforderlich sind, damit die polizeilichen Ermittlungen über diesen Anschlag ohne Einschränkung gründlich und neutral durchgeführt werden.

Ich bitte Sie darauf hinzuwirken, dass die mutmaßlichen Urheber dieses Verbrechens ohne Zeitverzug gerichtlich belangt werden und dass Konstantina Kuneva angemessene Entschädigungen für die Leiden erhält, die sie als Folge dieses Anschlags noch immer durchmacht.

Außerdem ersuche ich Sie darum, die Sicherheit aller Menschenrechtsaktivisten und aller engagierten Gewerkschafter in Griechenland zu gewährleisten und auf alle Wanderarbeitnehmer in vollem Umfang die internationalen Menschenrechtsnormen und arbeitsrechtlichen Normen anzuwenden.

Ich danke Ihnen im Voraus dafür, dass Sie in dieser dramatischen Angelegenheit tätig werden.

Mit vorzüglicher Hochachtung.

P.-S.

Brief an :
Prokopis PAVLOPOULOS, Innenminister

Fax :
00 30 210 3641048
00 30 210 6929764

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,70 € frankieren

Schreiben vor dem 31. Mai 2009

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