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Appel des Monats - April 2009

2009

KOLUMBIEN

Massaker an Indigenas

Im Laufe des Monats Februar 2009 sind im Süden Kolumbiens 27 Mitglieder der Volksgruppe der Awa-Indigenas getötet worden. Eine unbestimmte Zahl weiterer Awa-Indigenas, darunter auch mehrere Kinder, wurde Opfer von Geiselnahmen. Anscheinend sind die Urheber dieser Verbrechen Mitglieder der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Diese Guerilla-Gruppe bezichtigt die Awa-Indigenas der Kollaboration mit der kolumbianischen Armee. Nach Angaben von Indigena-Verbänden führt die Armee selbst seit dem 1. Februar in dieser Region Operationen durch und bedroht die indigene Bevölkerung, um Auskünfte über die Guerilla-Organisation FARC zu erhalten, weshalb die Awa zum Wegziehen gezwungen waren.

Die Volksgruppe der Awa lebt im Departement Nariño, einem Gebiet, das durch großen Artenreichtum gekennzeichnet ist. Dieses Gebiet ist aufgrund des groß angelegten Kautschuk-Anbaus und vor allem aufgrund des Anbaus der afrikanischen Palme für die Herstellung des zur Ausfuhr bestimmten Palmöls von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Auch aufgrund seiner Vorkommen an Zink, Gold, Kupfer, Silber und Platin ist das Gebiet begehrt. Außerdem sorgt der Bau einer Straße durch das Land des Awa-Volkes für zusätzlichen Zündstoff, und die Situation wird zunehmend gefährlich. Schließlich handelt es sich um ein Durchgangsgebiet für den Drogenhandel.

Am 10. August 2008 hatten die Vertreter der Awa verschiedenen Staatsbeamten, Beauftragten der Vereinten Nationen und von Menschenrechtsorganisationen gegenüber die Bedrohungen, die auf ihren Gemeinschaften lasteten, angeprangert. Seit September 2008 sind 44 Awa-Indigenas ermordet worden, 17 von ihnen am 4. Februar und zehn weitere am 11. Februar 2009.

Die indigenen Volksgruppen Kolumbiens sind Opfer aller bewaffneten Akteure des kolumbianischen Konflikts : der Armee, der Guerillabewegung sowie der paramilitärischen Gruppen, die die verschiedenen Gebiete zu kontrollieren versuchen. Alle Parteien des seit Mitte der 60er Jahre andauernden Konflikts in Kolumbien missachten das internationale Menschenrecht, wobei in erster Linie die Zivilbevölkerungen angegriffen werden. Alle haben Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen.

Zwar ist die Zahl der zivilen Opfer in den letzten Jahren zurückgegangen, doch die Ziffer der Toten, die seit Beginn des Konflikts zu verzeichnen sind, geht in die Zehntausende, Tausende von Menschen wurden entführt oder sind „verschwunden“, und es gibt weiterhin 3 bis 4 Millionen Vertriebene innerhalb des Landes, die aufgrund der Gewalttaten und der Bedrohungen nicht in ihr Gebiet zurückkehren können.

Die Zahl dieser Binnenflüchtlinge steigt weiter an. Im September 2007 waren an die 1000 Awa-Indigenas, darunter ungefähr die Hälfte Kinder, gezwungen, das Reservat Inda Sabaleta im Departement Nariño in Folge von Zusammenstößen zwischen der Armee und den Guerilla-Gruppen zu verlassen.

Nach Angaben des Nationalen Indigena-Verbandes ONIC waren am 13. Februar seit Anfang 2009 bereits 58 Angehörige indigener Volksgruppen in Kolumbien ermordet worden.

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrter Herr Präsident,

Wie ich von der Menschenrechtsorganisation Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT) in Luxemburg erfahren habe, wurden im Februar dieses Jahres im Departement Nariño 27 Awa-Indigenas ermordet. Nach Aussagen des Nationalen Indigena-Verbandes (ONIC) hat die Guerillagruppe der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) am 4. Februar 17 und am 11. Februar 10 weitere Angehörige der Awa umgebracht. Nach meinen Informationen sind außerdem Awa-Indigenas in unbekannter Zahl entführt worden, und unter ihnen sollen sich Minderjährige befinden.

Diese willkürlichen Morde an Zivilpersonen sind Kriegsverbrechen und bieten ein weiteres tragisches Beispiel für die zahlreichen schwerwiegenden Verletzungen des internationalen humanitären Rechts und der Verletzungen der Menschenrechte von indigenen Gemeinschaften durch alle an dem langen bewaffneten Konflikt in Kolumbien beteiligten Seiten (Guerillagruppen, paramilitärische Gruppen und Sicherheitskräfte).

Aus diesen Gründen appelliere ich dringend an die Organe des kolumbianischen Staates,

• alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Befreiung der entführten Awa-Indigenas - und mit Vorrang der Kinder - zu erreichen ;
• unverzüglich eingehende Ermittlungen über diese Morde einzuleiten, damit die dafür Verantwortlichen der Justiz überantwortet werden ;
• die Sicherheit der Menschenrechtskommission zu gewährleisten, die vor Ort über die Fakten ermittelt ;
• wirksame Maßnahmen zu treffen, damit alle Konfliktparteien gehalten sind, das Recht der indigenen Bevölkerungsgruppen und allgemein der Zivil-bevölkerung auf Leben zu achten, und damit diese Gruppen nicht gegen ihren Willen in den Konflikt hineingezogen werden.

Ich danke Ihnen im Voraus dafür, dass Sie meinem Aufruf Rechnung tragen.

Mit vorzüglicher Hochachtung.

P.-S.

Brief an Álvaro Uribe Vélez, Präsident

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren

Schreiben vor dem 30. April 2009

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