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Appel des Monats - April 2007

2007

GUATEMALA

Menschenrechtsaktivisten Gefahr

Am 15. Januar 2007 wurde der Gewerkschafter Pedro Zamora in Puerto Quetzal, im Departement Escuintla, von fünf Personen ermordet, die Hunderte von Kugeln auf seinen Kleintransporter abfeuerten. Pedro Zamora wurde von zwei Dutzend Kugeln getroffen und schwer verletzt, sein Fahrzeug zerschellte an einer Mauer. Einer der Angreifer näherte sich daraufhin und erschoss ihn mit einem Kopfschuss vor den Augen seiner beiden kleinen Kinder. Das dreijährige Kind wurde ebenfalls durch eine Kugel verletzt. Als Generalsekretär der Gewerkschaft der Hafenarbeiter von Quetzal hatte Pedro Zamora an den Verhandlungen mit der Hafenleitung teilgenommen und sich für die Wiedereinstellung von entlassenen Hafenarbeitern eingesetzt. Nach dieser Tat haben mehrere Kollegen ihrerseits Todesdrohungen erhalten.

Am 6. Februar wurde Israel Carías Ortiz, Gemeindevorsteher im Departement Zacapa, mit seinen beiden Söhnen Robin, 11 Jahre, und Luswin, 9 Jahre, ermordet ; sie waren auf der Heimfahrt nach Los Achiotes. Vier Kugeln wurden aus der Leiche des Familienvaters entfernt, der drei kleine Kinder von 6, 5 und einem Jahr zurücklässt. Seine beiden ältesten Söhne wurden durch Kopfschuss getötet. Israel Carías Ortiz, der in einem Komitee für die Einheit der Bauern (CUC) aktiv war, vertrat weiterhin die Interessen seines Gemeinwesens, das in einen Konflikt um Agrarangelegenheiten verwickelt war, obwohl er mehrfach Morddrohungen erhalten hatte. Seine Mutter starb, als sie erfuhr, was geschehen war.

Untergrundgruppierungen, die mit den Großgrundbesitzern und den Urhebern von Verbrechen, die während des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs begangen wurden, in Verbindung stehen, haben in den letzten Monaten die Verhältnisse in Guatemala, unter denen solche Taten ungestraft bleiben, ausgenützt und ihre Bemühungen, die Menschenrechtsverfechter an ihrer Arbeit zu hindern, stark intensiviert : vier Morde, ein Mordversuch, das widerrechtliche Eindringen in die Räumlichkeiten von drei Menschenrechtsorganisationen und mindestens 20 Fälle von Einschüchterungen waren in den ersten 40 Tagen dieses Jahres zu verzeichnen.

Diese alarmierende Verschärfung der Bedrohung von Personen, die sich für zivilgesellschaftliche Belange einsetzen, zeigt, dass die Staatsführung Guatemalas keineswegs den politischen Willen hat, Menschenrechtsaktivisten zu schützen. Ob es sich um Landwirte handelt, die ermordet werden, weil sie die Interessen ihres Gemeinwesens vertreten haben, oder um Anwälte, die eingeschüchtert und mit Mord bedroht werden, weil sie sich in Fälle von Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingeschaltet haben - solche Übergriffe kommen immer wieder vor, werden fast durchweg der allgemeinen Kriminalität zugeordnet und bleiben ohne jede strafrechtliche Verfolgung.

Die ACAT fordert die Staatsorgane Guatemalas auf, entschlossen gegen solche Übergriffe vorzugehen und in jedem dieser Fälle eingehende und neutrale Ermittlungen zu veranlassen.

Übersetzung des Briefes

Sehr geehrter Herr Generalstaatsanwalt,

Durch die Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter (ACAT) in Luxemburg bin ich auf die gegenwärtige Welle von Übergriffen gegen Personen, die sich für die Menschenrechte einsetzen, in Guatemala hingewiesen worden.

Mit größtem Entsetzen habe ich die Nachricht aufgenommen, dass am 6. Februar der Vorsteher der Gemeinde Zacapa, ISRAEL CARÍAS ORTÍZ, und seine beiden Söhne im Alter von 9 und 11 Jahren mit Kopfschüssen umgebracht wurden. Israel Carías war Mitglied des Komitees für die Einheit der Bauern (CUC) und hatte wegen seiner Betätigung für seine Gemeinde, Los Achiotes, in einem Konflikt, der die Anliegen von Landwirten betraf, Morddrohungen erhalten.

PEDRO ZAMORA ÁLVAREZ, Generalsekretär der Gewerkschaft der Hafenarbeiter von Quetzal (STEPQ), wurde am 15. Januar in Puerto Quetzal ermordet, als er in einem Lieferwagen mit seinen zwei kleinen Kindern, von denen eines bei dem Angriff auch verletzt wurde, nach Haus kam. Seit dem Mord an diesem Gewerkschafter haben auch mehrere seiner Kollegen die Drohung erhalten, dass sie und ihre Angehörigen umgebracht würden.

In den ersten 40 Tagen des Jahres 2007 waren vier Morde, ein Mordversuch, ein Fall unerlaubten Eindringens in eine Wohnung und mindestens 20 Fälle von Einschüchterungen gegen Menschenrechtaktivisten zu verzeichnen, unter ihnen Umweltschützer, Anwälte, die Fälle von Verbrechen gegen die Menschlichkeit übernommen haben, und Bauernführer, die sich für die Interessen ihrer Gemeinwesen einsetzen.

Aus diesen Gründen fordere ich die staatlichen Organe von Guatemala dringend auf, vollständige Klarheit herbeizuführen über die Fälle der Morde an Israel Carías Ortíz und seinen Söhnen und an Pedro Zamora sowie über sämtliche übrigen Übergriffe gegen Personen in Guatemala, die sich für die Menschenrechte einsetzen ; gerichtliche Verfahren gegen die Täter und die geistigen Urheber dieser Taten einzuleiten ; geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen, damit alle Menschenrechtsaktivisten ihre rechtmäßigen Aktivitäten ungehindert und ohne Furcht vor Repressalien ausüben können.

Ich danke Ihnen im Voraus dafür, dass Sie auf meinen Aufruf hin tätig werden.

Mit vorzüglicher Hochachtung.

P.-S.

Wir schreiben an
Generalstaatsanwalt Juan Luis FLORIDO

Fax :00.502.2411.9124.

Namen und Anschrift sowie Datum einsetzen und die Unterschrift nicht vergessen.

Mit 0,90 € frankieren.

Schreiben bis 15. Mai 2007

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